1010km über dem Jura und Schwarzwald

Heute ist es mir gelungen, fast die volle Tageszeit auszunutzen. Der Start um 10:20, es wäre wohl noch 20-30 Minuten früher gegangen. Leider musste ich mit wenig Wasser fliegen gehen, um den Start mit abgelegter Fläche machen zu können.
Den Einstieg in den Jura ging Planmässig via AKW, aber die Steigwerte waren eher noch schwach. Eigentlich plante ich zuerst in den Schwarzwald zu fliegen, da dort später am Tag grössere Ausbreitungen angesagt waren. Jedoch sah die Optik nicht wirklich einladend aus. Also zuerst Jura! Die zweite Thermik im Jura war dann mit rund 3m/s auch gut! Ab dann ging es flott bis an Genf vorbei. Durchschnittliche Steigwerte waren 2.5-3m/s und es gab ordentlich nutzbare Aufreihungen. So lag der Schnitt gegen den Wind und mit aufbauender Höhe bei rund 114km/h.


Gute Wolkenthermik in der Region Biel-Chasseral

Das zweite Leg ging dann auch recht gut, jedoch waren die Aufreihungen nicht mehr so ausgeprägt. Dazu wurde zunehmend den dämpfende Einfluss der Cirren bemerkbar. Mit Rückenwind ging’s dennoch flott in Richtung Schwarzwald.


Creux du Van

Der Einstieg bei Hütten-Hotzenwald ging heute gut. Jedoch war der Schwarzwald nicht klassisch entwickelt. Die Region um Titisee und nach Norden war nahezu Wolkenlos. Ich liess die Option noch offen, doch eher auf die Alb zu fliegen. Bei Donneneschingen war die Entscheidung nach Norden zu gehen eigentlich klar. Es gab da eine schöne Wolkenkannte, hingegen sah die Alb schon recht dunkel aus. Ich denke, die Alb hätte aber auch funktioniert.


Südschwarzwald auf dem Weg nach Norden


Blick in Richtung Odenwald kurz vor der Wende

Obschon es Richtung Odenwald gut aussah, waren die Steigwerte deutlich schwächer. Dazu zog ein dichteres Cirrenfeld aus Westen ein. Somit wendete ich um 16:20. Es ging nun alles etwas schlechter. In der Region Freudenstadt fand ich keinen Anschluss um gut an die Basis zu kommen. Die Wolken sahen ausgebreitet aber zerfallen aus, kaum eine dunkle Basis war zu erkennen. Der Himmel wurde milchig. Ich nahm etwas Geschwindigkeit heraus und gleitete nach Winzeln. Dort gab es einige Wolkenfetzen. Der Aufwind da brachte mich erst mit rund 2m/s wieder hoch, um leider deutlich unter der Basis doch noch nachzulassen. Die westliche Schwarzwaldkante war gut angeströmt und versprach durch die Optik auch gute Aufwinde. Leider war gerade die Abdeckung besonders stark, als ich tief gehen musste. Da verlor ich schon etwas Zeit. 20 Minuten später war ich wieder Basis. Via Feldberg und Hütten ging es zurück an den Jura.

An der Westseite des Schwarzwaldes mit dichterer Abdeckung

Im Anflug Richtung Belchentunnel war es eine einfache Entscheidung weiter zu machen. Die Schnittgeschwindigkeit lag immer noch über 110km/h und das AKW hatte ja funktioniert… Der Jura sah noch gut aus. Leider war die Region um Balsthal gerade eher Wolkenlos. So musste ich trotz Freigabe tief gegen den Wind gleiten. Ein paar Versuche wieder ins oberste Stockwerk zu gelangen funktionierten ab 1800m nicht mehr. Erst nach dem Grenchenberg ging es dann wieder auf fast 2800m. Hier machte ich dann die Entscheidung 1000 zu fliegen – mit Plan A:  Vue des Alpes gleiten, zurück, nochmals an die Basis und mit Freigabe 100km nach Hause gleiten oder Plan B direkt ins AKW Gösgen zu gleiten…

Nun wurde es schnell schwächer, ich flog sogar nochmals 3km zurück um eine letzte gut aussehende Wolke zu nutzen. Mein Ziel war mindestens auf 2000m wieder am Grenchenberg zu sein. Dies funktionierte so halbwegs, jedoch nahm ich nochmals 0.8m/s mit, da die schöne Wolke 40 Minuten später natürlich weg war und die alternativen eher dürftig aussahen. So kam Plan B ins Spiel. Ich erreichte um 20Uhr auf 1400m das AKW, zusammen mit einem Falken. Wir suchten beide die Region ab, fanden aber kein Steigen… Ich war etwas überrascht, da es nicht einmal Turbulenzen gab. Nun, ein Plan C ist hinten im Flieger eingebaut und bis Buttwil sollte es reichen. Auf dem Jura gab es noch eine letzte Wolke und im Mittelland bei Aarau hatte es ein eher unstrukturiertes Gewölk. So flog ich den Waldkanten entlang, die letzten Sonnenstrahlen fanden bei Aarau den Weg durch die Abdeckungen. Zwei, drei Lufper und tatsächlich – 0.5m/s konstantes Steigen aus 1300m. Zwei, drei Kreise – bis 0.7m/s und es war 20:12. Yeah! Welch ein Glück. Ich blieb da drin, bis ich 400m MC 1 Reserve hatte. 🙂


Der rettende Aufwind für die fehlenden 300m nach 20:10

Der letzte Teil des Endanflugs war dann eher Entspannend.
Schöne 1000km-OLC entlang des Jura und Schwarzwaldes. Der Schnitt ging dann bei der Verlängerung in den Keller. Aber es hat funktioniert. Für mich das Eindrücklichste war, wie spät es eigentlich noch so nutzbare Thermik geben kann, auch wenn kaum mehr Sonne da ist. Das war cool!

https://www.onlinecontest.org/olc-3.0/gliding/flightinfo.html?dsId=7975137

 


Landung um 20:40 nach etwa 10 Stunden Flugzeit.

Nach TopTask Prognose hätte ich nicht darauf gewettet.

Schreiben Sie einen Kommentar